Heutzutage haben die meisten der Menschen zu Schweinen, Kühen oder Hühnern nur dann Kontakt, wenn Sie sich diese in anonymen Happen auf eine Gabel gespiesst in den Mund schieben.

Justice For All

Justice For All

Im Gegensatz zu Katzen, Hasen oder Hunden wohnen die Menschen mit Tieren, denen sie das Label “Nutztiere” verpassen, nicht in Lebensgemeinschaften zusammen – sie teilen mit ihnen nicht ihren Alltag, kennen nicht ihre Vorlieben und charakterlichen Unterschiede.

Die Menschen hassen die Nutztiere nicht – im Gegensatz zu Hunden und Katzen lieben Sie sie aber auch nicht. Es ist sogar viel schlimmer: Nutztiere sind Ihnen egal. Der Grund dafür, dass die Menschen Tiere unterschiedlich behandeln, ist aber nicht, dass sich Haustiere fundamental von Nutztieren unterscheiden, sondern der, dass sich die Wahrnehmung von ihnen fundamental unterscheidet.

Die Menschen betrachten Nutztiere anders als Haustiere. Und deshalb haben Sie keine Skrupel, eine Katze zu streicheln und eine Kuh zu essen – die Menschen betrachten die Dinge nicht so wie sie sind, sondern wie SIE sind! Die Bedeutung, die Tiere für die Menschen haben, wird von Ihnen selbst erzeugt – nicht von der Bedeutung, die Tiere an sich haben.

Von Empathie zu Apathie – wie die Menschheit das Fühlen verlernt hat
Wir leben in einer Gesellschaft, die nach einem doppelwertigen System des Ausblendens funktioniert. Doppelwertig deshalb, weil die Menschheit in Wahrheit Mitgefühl für Tiere verspürt, Sie sie aber dennoch essen sollen. Dieser moralische und emotionale Spagat kann nur gelingen, indem die Menschen die damit verbundenen unangenehmen Aspekte wie Tiertransporte, Gefangenschaft und Gewalt ausblenden – nur so funktioniert das System.

Anders lässt es sich nicht erklären: Wenn sie am Strassenrand einen überfahrenen Igel sehen, macht sie das traurig. Aber die emotionale Verbindung zwischen einem toten Stück Fleisch, das auf dem Teller liegt und dem lebenden Tier, haben die Menschen verloren. Doch sie haben sie nicht zufällig verloren, sie ist Ihnen abtrainiert worden. Von Natur aus sind Menschen mit Mitgefühl für andere Lebewesen ausgestattet. Ideologien, die auf Gewalt basieren wie der Karnismus, müssen sich deshalb mit speziellen Tarnmustern ausstatten, damit Menschen ihr Mitgefühl ausschalten und solch unmenschliche Vorgänge wie Massentierhaltung oder das gewaltsame Töten von Tieren unterstützen.

Psychische Taubheit – also der Lernprozess des “Nichtfühlens” – ist grundsätzlich keine Sache, für die sich die Menschen chämen müssen: Schlimme Dinge verdrängen zu können, ist eine natürliche Fähigkeit, die zum Beispiel bei der Traumabewältigung eine wichtige Rolle spielt. Wenn aber diese Fähigkeit dazu genutzt wird, um unbequeme Wahrheiten auszublenden, dann wird sie missbraucht und sie wird dadurch zur gefährlichen Waffe: Denn psychische Taubheit ebnet Gewalt und Unterdrückung den Weg.

Lebst Du mit Deinen Werten im Einklang?
Wie hältst Du es mit Vertrauen, Freundschaft, Nächstenliebe? Oder was ist mit Zuverlässigkeit, Bescheidenheit, Höflichkeit? Was sind Deine persönlichen Werte? Haben sie einen hohen Rang in Deinem Leben? Ist es Dir, so grundsätzlich gesehen, wichtig, dass Du sie im Alltag umsetzt?

Und was ist mit den folgenden Werten: Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit, Gleichwertigkeit oder Harmonie? Die meisten Menschen wünschen diese Werte für sich selbst, für ihre Nahestehenden und eigentlich für alle Menschen: Die meisten Menschen sind gegen Krieg, Sklavenarbeit, Mord- und Totschlag oder andere Formen von Gewalt oder Ausbeutung.

Und wir wünschen uns Freiheit und Unversehrtheit nicht nur für Menschen: Die meisten von uns sind entsetzt, wenn sie hören, dass in einigen Kulturen Hunde oder Katzen verspeist werden – schließlich mögen wir Tiere und wollen nicht, dass ihnen Leid geschieht. Und dennoch: Immer wieder akzeptieren sie Brüche in ihrem Wertesystem. Sie mögen und beschützen Hunde und Katzen, aber essen Kühe und Schweine. Sie sind gegen Gewalt, aber essen tote Tiere. Sie sind gegen Ausbeutung und essen Käse und Spiegeleier. Sie essen Fleisch, wollen aber die Tiere weder selbst töten, noch so genau wissen, was das Tier bis zur Schlachtung durchmachen musste.

Du hast die Wahl: Entweder Du passt Deine Werte Deinem Verhalten an oder Du passt Dein Verhalten Deinen Werten an! Im Klartext: Du isst Fleisch und Tierprodukte und sagst somit implizit “Ja” zu Ausbeutung und Tod der Tiere. Oder Du lebst vegan und bekennst Dich damit zu einer gewaltfreien Lebensweise.

Geschmack – eine Sache der Erziehung
Wusstest Du, dass Geschmack anerlernt und eine Folge von Tradition und Gewohnheiten ist? Einige Tiere, die in Europa gegessen werden, gelten in andern Kulturen als unrein oder ekelerregend. Wenn Du Deine Ernährung auf vegan umstellst, solltest Du daher nicht überrascht sein, wenn Dir Dinge wie Sojamilch oder Tofu zu Beginn vielleicht etwas fremd schmecken. Bleib neugierig und probier einfach ganz viel aus. Wir haben die Möglichkeit Geschmack neu zu definieren und neu zu erlernen!

Quelle: Peta News