CD, Century Media Records

Auch im Jahre 2012 sind Caliban nicht von der Bildfläche verschwunden, sondern beweisen der Welt, dass Sie nach wie vor in der ganz oberen Liga der Metalcorebands mitspielen und mit “I Am Nemesis”, dem achten Studioalbum, nicht nur ein ein bodenständiges Werk aus dem Ärmel schütteln, sondern vor allem eines ihrer bisher besten Alben abliefern.

Caliban - I Am Nemesis

Caliban - I Am Nemesis

Tracklist:
01. We Are The Many
02. The Bogeyman
03. Memorial
04. No Tomorrow
05. Edge Of Black
06. Davy Jones
07. Deadly Dream
08. Open Letter
09. Dein R3.ich
10. Broadcast To Damnation
11. This Oath
12. Modern Warfare

Satte 15 (!) Jahre shredden Caliban nun gemeinsam Ihre Gitarrensaiten und auch die Gehörgänge ihrer Fans. Sie gehören gemeinsam mit Heaven Shall Burn zu den deutschen Bands, die dem Begriff Metalcore ein Gesicht und eine Stimme gegeben haben und bis heute geben. Auch wenn das Wörtchen Metalcore bei vielen eingefleischten Szenefans eher Unmut hervorruft als Freude, so steht ausser Frage, dass Caliban nach wie vor einer der Vorreiter dieses Genres sind. Für “I Am Nemesis” haben sich die Herren Zeit gelassen. Mehr als zwei Jahre hat es nun gedauert bis Sie nach dem Vorgängeralbum “Say Hello To Tragedy” wieder neues Holz ins Feuer warfen. Gleichmal vorweg, Caliban haben mit “I Am Nemesis” endlich wieder alles richtig gemacht! Sie scheinen auch die Kritiken bezüglich der Cleanvocals ihres Gitarristen erhört zu haben.

Dies ist eigentlich auch die hervorstechendeste Veränderung, die Caliban mit “I Am Nemesis” erfahren haben. Die Cleanvocals wurden wieder reduziert und die Songs sind in der Gesamtheit melodischer und eingängiger und die harten Parts sind wieder richtig fiese und derbe Nackenbrecher. Auf “I Am Nemesis” spaltet sich die Ruhrpott-Truppe so richtig selbst die Schädel mit ihren brachialen Drumattacken, Breakdowns und Moshangriffen. Caliban schiessen um sich, wie wenn Sie ein Schnellfeuergewehr in der Hand hätten und ihr Magazin so schnell wie möglich leeren müssen, sind sich aber nicht für hochmelodische Refrains wie beispielsweise in “Memorial” zu schade. Abwechslungsreiche Tempowechsel gestalten die Tracks dabei individuell und erhöhen die Spannung und die Jungs aus Deutschland scheuen nicht davor zurück, so verschiedene Stilrichtungen wie Metal, Rock und Thrash gutdosiert in ihren Tracks zu verbauen.

FAZIT: Die gewaltigen Doublebassattacken von “I Am Nemesis” werden Euch überfahren. Geniesst die atmosphärischen Parts, in denen sich übrigens Marcel Neumann von We Butter The Bread With Butter am Keyboard austobt und befasst Euch eingehender mit der Fascho-Kritik von “Dein R3.ich”. Texte haben und lesen ist also auch diesmal wieder eine absolute Pflichtveranstaltung! Mit “I Am Nemesis” haben Caliban wieder zu sich selbst gefunden und es macht richtig viel Spass den Longplayer zu hören. Liegt bei mir seit 4 Tagen auf Dauerrotation!

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