
Kismet - Hiatus · 10.03.10
CD, Midsummer Records
Kismet ist ein Indie-Rockband aus den Niederlanden. Der Name hört sich türkisch an, ich weiss, aber die fünf Jungs stammen wirklich aus dem Land, in dem Frau Antje Käse serviert und die Tulpen aus allen Löchern spriessen. “Hiatus” nennt sich das neue Werk, rein optisch jedenfalls versteht es auf den ersten Blick schonmal dick zu punkten.
Tracklist:
01. White Castle
02. We Are All So Busy
03. Holiday
04. TV on
05. Send Me A Note
06. All Is Good
07. Brighter Weather
08. Phnom Penh 1974
09. Same Story, Different Name
Stellen wir uns zu Anfang doch mal die Frage, welche Bedeutung eigentlich “Hiatus” hat. Laut Wikipedia ist das im medizinischen Sinne eine Öffnung bzw. eine Kluft und musikalisch betrachtet eine übermässig Sekunde. Genau 9 Tracks sind es, mit denen die Holländer hier brillieren und die Grätsche zwischen Himmel und Hölle perfekt absolvieren. Was das Werk auszeichnet ist vor allem auch die sehr angenehme Zurückhaltung, die die Band absolut sympathisch rüberkommen lässt. Der Fünfer möchte nämlich alles andere, als negativ mit viel Lärm auffallen. Allerdings ist mir schon gleichmal das tolle Artwork positiv aufgefallen, als ich die Scheibe nur in den Händen gehalten habe. Bereits daran kann man erkennen, dass es sich bei Kismet sicher nicht um eine gewöhnliche Band handelt. Und sie sind auch wirklich so gar nicht gewöhnlich, obwohl sie eigentlich keinen grossen Firlefanz um sich selbst veranstalten. Die Tracks gehen straight ins Ohr und werden ohne Schnörkel direkt auf den Punkt gespielt. Die Holländer möchten nicht aufgesetzt oder gar überladen klingen. Weniger ist hier definitiv mehr! Sehr schade, dass das Booklet zwar ein wirkliches Kunstwerk ist, aber keine Texte abgedruckt wurden. Der Sänger besitzt ein sehr ausdrucksstarkes, authentisches Stimmorgan und versteht es, die Gefühle passend zu vermitteln. Im Klartext mag das dann heissen, dass Kismet verspielten Indierock machen, der eine wohldosierte Prise Emotionalität versprüht und zum Träumen animiert. Stellt Euch einfach mal vor wie Cursive zusammen mit Slut klingen würden. Aber das Beste an der CD ist, dass Kismet zwar melancholisch rüberkommen und nachdenklich machen, aber keineswegs zu sehr auf die Tränendrüse drücken. Es bleibt bis zum letzten Akkord spannend, weil man zu keiner Zeit erahnen kann, was als Nächstes auf einen wartet.
FAZIT: Also wenn Indierock, dann bitte so! Die fünf Holländer haben ein feines Händchen für grosse Momente, verstehen es aber gleichzeitig nicht zu eingängig zu klingen und den Hörer mit ihren Ecken und Kanten bei Laune zu halten. Bei mir sind es vor allem “White Castle” und “We Are All So Busy”, die mich besonders in den Bann ziehen. Im zweiten Teil der Scheibe gibt’s ein paar Durchhänger, aber die fallen nicht weiter ins Gewicht, weil der positive Output absolut überwiegt. Ein ziemlich genialer Silberling also…
Not everything is lost, just remember that the memories fading away. Stay same and try to live your life alone.

Beggars And Gentry - I Say "Yes", You Say "No" - Cocoon - This Is Freedom














