
Nahemah - A New Constellation · 18.05.09
CD, Lifeforce Records
Könnt ihr Euch denn unter spanischem Progressiv-Metal was vorstellen? Also bei mir flogen angesichts dieser Schublade die Fragezeichen nur so von einer Hirnwindung zur anderen. Man stellt sich heissblütige, langhaarige Spanier vor, die anstatt Stiere zu töten, mit ihren Gitarren ein Massaker anrichten. Besser so, denn auch so kann man sein Ego pushen.
Für Nahemah ist “A New Constellation” nicht der Erstling bei Lifeforce Records, denn sie verfolgen seit “The Second Philosophy” eine musikalische Vision, die von der experimentellen und spirituellen Seite her ziemlich weit ausholt. Seither sind sie auch beim sehr sympathischen Label Lifeforce Records unter Vertrag, die das Talent der Toreros rechtzeitig erkannt haben und sie in die musikalische Arena schickten, um mit ihren Instrumenten zu kämpfen. Wie sich die Musik anhört? Puh, gute Frage, am ehesten könnt ihr Euch eine Mischung aus Metal, Melodien und Epik vorstellen, die in der Gesamtheit mehr als “nur” ein hartes Album ergibt. Auch wenn Progressiv-Metal eigentlich so gar nicht mein Ding ist (mir stellt’s schon die nicht vorhandenen Nackenhaar auf, wenn ich nur dran denke), Nahemah gehören wirklich zu den Guten dieses Genres und verstehen es, mit den 10 neuen Tracks eine ganz eigene Atmosphäre aufzubauen, die wirklich einzigartig ist. Hier wird nicht nur sinnfrei vor sich hingedudelt meine Lieben, die flotten Spanier haben ihrem neuen Album Tiefgang und Emotionen verpasst. Mal laut und von Herzen brüllend, dann wieder melodisch gesungen, wird dem Hörer eine Art Gefühls-Schleudergang verpasst, der eine nachhaltige Wirkung erzielt. Die aggressiven Gefühlsausbrüche enden regelmässig in umwerfenden Melodien, die mit emotionalen Keyboardklängen gespickt sind. Das Quintett aus Alicante hat also alles richtig gemacht und durch konstante Weiterentwicklung ein Werk auf die Beine gestellt, das Grenzen zu sprengen versteht.
FAZIT: Harte Musik, die auf Gitarren basiert ist immer eine gute Grundlage, um diverse Elemente drum herum zu bauen. Nehmt die besten Momente von Pink Floyd, Cult Of Luna oder Mogwai und erwartet, dass Nahemah ihr ganz eigenes Süppchen daraus gekocht haben. Also los, legt Eure Vorurteile gegen Progressiv-Metal ab und konsumiert “A New Constellation”, aber dalli. Erst hören, dann ein Urteil fällen. Nahemah haben auch mir bewiesen, dass sich sogenannter Progressiv-Metal nicht immer zwingend scheisse anhören muss…
Reaching the stars!















